Hallo Ihr Lieben,
Es wird mal wieder Zeit etwas aus dem Nähkästchen zu plaudern. Im letzten Monat war ich viel unterwegs und habe Workshops gegeben. Ich war viel unterwegs, dass war mal eine tolle Abwechslung. Nordsee, Ostsee, Dresden, Berlin, das war schon toll.
Normalerweise liebe ich Workshops, weil man eben ein bestimmtes Thema viel präziser bearbeiten, kann und weil meist die Teilnehmer echt nett sind.
An der Nordsee angekommen, genoss ich das schöne Hotel, der Raum lag mit Blick auf`s Meer und besser konnte es ja nicht werden
Der Workshop war auf 3 Tage angesetzt und ich freute mich tierisch darauf.
Die Teilnehmer waren sehr interessiert und Yogaanfänger, was ich immer als besondere Gabe ansehe. Denn kommen sie auf eine begeisterte Art und Weise mit Yoga in Berührung, bleiben sie oft dabei
Und das findet man als Yogalehrer natürlich toll.
Am ersten Tag, machten wir eine Kennlern-Runde, eine kurze Einführung in die Yogawelt und eine 90Minuten Yogastunde.
Die Yogastunde war super und die Teilnehmer hatten viel Freude. Ausser eine, die ständig mit ihrer Mattennachbarin laut redete und von der Stunde mitbekam.
Ich bat sie etwas leiser zu reden, denn sonst stört es einfach. Sie sagte dazu nichts und zog die ganze Zeit ein sehr unfreundliches Gesicht.
Ich fragte sie, ob alles in Ordnung sei, oder ob ich ihr irgendwie helfen könnte.
Sie sagte schnippisch:” Nein, Du musst mir nicht helfen, ich bin Marketingchefin von der Firma “XY”, die hier den Workshop für Ihre Mitarbeiter organisiert hat. Ich führe 50 Mitarbeiter, dann werde ich hier doch wohl keine Hilfe brauchen”.
*Hui…..ok…..war ja auch nur eine Frage, ich dachte es wäre irgendwas, was man vielleicht kurz klären könnte, aber wenn Frau Marketingchefin nicht will und auch deutlich machen muss, dass sie eine Führungs-Position hat. Dann läuft der Hase bei ihr aber ziemlich zick, zack in ihrem Leben
*
Also ging es weiter, mit der Stunde, viele merkten schon, wie schön die Übungen ihren Körper dehnten und wie gut es ihnen tat, einfach mal Yoga zu machen. Ohne Drang, ohne Stress – just Yoga.
Wir gingen über zur nächsten Übung, da schüttelte Frau Marketingmanagerin heftig den Kopf und nuschelte etwas in ihr Halstuch, was ich nicht verstand.
Viele Teilnehmer rollten bereits die Augen, vielleicht kannten sie dieses Verhalten schon aus Ihrer Abteilung
Ich fragte diesmal vor der ganzen Gruppe, ob es ein Problem gibt?????
“Ja, das gibt es”….
*Juhuuuu, endlich mal klare Worte*
“Diese Yogaübung, die sie da gerade machen, die gehört zu den 5 Krankmacher-Übungen”.
Ich guckte ziemlich baff.
Ich sagte ihr, dass ich nicht genau wissen würde, was sie da meinte.
“Na die Übung, das sind die 5 Krankmachet-Übungen”!!!!
“Ich habe von meiner Krankenkasse mal einen Übungsbogen zugeschickt bekommen, auf denen Übungen stehen, die man niemals machen sollte…..und diese ist auch dabei”.
Viele Teilnehmer schauten verdutzt, ein älterer Herr, meinte das könnte man doch nach der Stunde klären.
Aber ich merkte, das einige Teilnehmerinnen, sich jetzt auch um Ihre Gesundheit fürchteten
*Oh man, wenn ich das schon höre, die 5 Krankmacher-Übungen und sowas wird von einer Krankenkasse propagiert!*
Es gibt keine Übungen im Bewegungsbereich, die man partout nicht ausüben darf. Es kommt immer auf den Menschen drauf an. Was hat er, was macht er, gibt es Verletzungen, Alter etc.
Ich versicherte ihr, dass sie sich nicht sorgen musste, sondern auf sich und ihren Körper hören sollte. Das gilt immer und für alles und auch für Yoga.
Wenn sich etwas nicht gut anfühlt, sollte man aufhören. Wenn etwas sich gut anfühlt…..dann sollte man genießen.
Sie guckte verdutzt……dann gab es eine Pause und dann meinte sie……
“Mein Körper fühlt nicht`s…..und ich weiß nicht, was ich hier soll”!
* Na, was soll man da machen*?
Ich stellte ihr frei, ob sie die Stunde beenden wolle oder eben nicht.
Die anderen Teilnehmer, waren sehr nett und bestärkten mich doch endlich weiterzumachen.
“Die ist immer so”…meinte eine andere Teilnehmerin….”Die hat immer was zu meckern”…..
In meiner Yogalehrerausbildung hat mir mal mein Lehrer gesagt…..”Die Teilnehmer, die Dir am schwierigsten erscheinen und richtig ätzend sind, dass sind die Menschen, die Dich am meisten brauchen”!
Ich konnte damals noch nichts damit anfangen
Am zweiten Seminartag, erschien die Teilnehmerin erst gar nicht. Ich erkundigte mich höflich nach ihr und die anderen meinten sie sei krank.
Am nächsten Tag, war Abreisetag. Wir starteten erst später am morgen mit einer Abschluss Yoga Stunde, danach kamen wir zum Brunch zusammen und beendeten das Seminar mit einer Auswertung.
Es hat viel Spass gemacht, die Teilnehmer waren begeistert und ich hatte die eine Teilnehmerin, die nur meckerte und nie wieder kam schon verdrängt
Da bekam ich ein paar Wochen später eine Mail…..von wem?
Na von ihr……die, die nur meckerte, die, die das alles total doof fand und mich vor allen anzweifelte!
Sie wollte mich für ein Folgeseminar buchen!
Gerne dachte ich mir….und das obwohl Yoga ja so krank macht
Ich erkundigte mich, ob sie denn jetzt wieder gesund sei und wie ihr das Seminar gefallen habe.
Das könnte sie nicht beurteilen, schließlich war sie ja nicht anwesend!
Ich hakte nicht näher nach…..
Sie schrieb noch, das sie bei diesem Seminar auch teilnehmen wolle und das die Trennung von ihrem Partner ihr sehr zugesetzt habe. Des weiteren kam sie sich vor der Gruppe unsportlich vor und schließlich sind das ja auch ihre untergebenen Mitarbeiter!
Das wollte sie sich nicht antun.
Und bevor sie auch am Seminar teilnimmt, wolle sie noch 2 Personal-Training Einheiten buchen, damit sie das schon mal üben kann
Also Leute gibt’s!!!!
Da hatte mein Yogalehrer echt recht.
Die Leute die am schwierigsten sind – brauchen Dich und Yoga am meisten!
Wohl war….wohl war.
Ich freue mich auf das kommende Seminar in 3 Wochen.
Ob ich mich freuen soll?
Ich weiß es noch nicht so recht.
Aber ich lasse es auf mich zukommen!
In diesem Sinne
Einen yogischen Abend
Alles liebe
Eure Jule